Der Orient zwischen Traumbild und Zerrbild

Zu den Intentionen der Veranstalter.

Das Orientbild hat sich in der letzten Zeit drastisch verändert. Während der Orient früher als zaubervolles Märchenland romantisiert wurde, wird er heute fast nur noch als spannungsreiche Krisenregion wahrgenommen, in der totalitäre Verhältnisse herrschen und zunehmend religiöse Hardliner den Diskurs bestimmen.

Auf diesem Hintergrund will die Orientwoche einen Beitrag zu einer differenzierteren Wahrnehmung und einem besseren Verständnis des Orients leisten. Über ein vielfältiges Programm mit Theater, Musik, Tanz, Lesungen, Debatten, Orientbazar u.a. sollen die Besuchenden etwas vom kulturellen Reichtum des Orients erfahren.

Die Orientwoche will auch zu den in Europa und in der Schweiz lebenden Muslimen Brücken schlagen und damit der gegenseitigen Verständigung und besseren Integration dienen.

Zum Eröffnungsabend sind u.a. die Botschafter verschiedener islamischer Länder eingeladen. Der Abend beginnt mit einem programmatischen Eröffnungsreferat von Karl-Heinz Kuschel (Vizepräsident der Weltethos-Stiftung) zum Thema "Die Toleranz im Orient und Okzident". Anschliessend gibt es eine Konzertlesung aus den Geschichten aus "Tausendundeine Nacht".

Die Woche heisst aber programmatisch "Die Tausendundzweite Nacht". Dieser Titel soll deutlich machen, dass wir den Orient nicht verklären möchten, sondern wir uns in dieser Woche auch kritisch mit den heutigen Problemen des Orients auseinandersetzen wollen. So findet zum Beispiel eine kontroverse Religionsdebatte sowie ein prominent besetzter Presseclub mit Nahostkorrespondenten statt.

Das Programm der Orientwoche besteht aus einem bunten Mix aus Kunst und Kultur, Religion und Politik, Kritischem und Vergnüglichem. Wir sind überzeugt, dass gerade diese unkonventionelle Mischung die Orientwoche für ein breites Publikum im Grossraum Winterthur einmalig und attraktiv macht – und im Übrigen auch den gesellschaftlichen Realitäten im Orient entspricht.

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