Zum Film 'Auf den Spuren des Medicus'

Durch den Roman 'Der Medicus' ist ein Genie der orientalischen Welt in Europa wieder bekannt geworden. Abu Ibn Ali Sina, genannt Avicenna, gilt als Aristoteles des Orients.

Er war nicht nur ein Meister der medizinischen Diagnose und Chirurgie, sondern auch ein Kenner der psychosomatischen Medizin und vieler überlieferter Heil- und Therapieformen seiner Zeit.

Der Film 'Auf den Spuren des Medicus' beginnt in Wien, wo seit fünfzehn Jahren an verschiedenen Krankenhäusern eine orientalische Musiktherapie praktiziert wird, die auf Avicenna zurückgeht. Diese Musiktherapie wird heute bei Schädel-Hirn-Trauma-Patienten, in der Neurologie, der Kinderonkologie, bei Herzpatienten, in der Intensivmedizin, wie auch bei behinderten und demenzkranken Menschen angewendet.

Der Ursprung dieser Musiktherapie liegt in der Region Buchara im heutigen Usbekistan, wo auch der Medicus geboren wurde. Ihm waren musiktherapeutische Anwendungen bekannt. In weiten Teilen der orientalischen Welt gehörten Geschichtenerzähler und Musiker früher zum Personal in den Kliniken. Aber nach 70 Jahren Sowjetunion ist im heutigen Usbekistan nicht viel von der ungewönlichen Tradition übriggeblieben.

Gerhard Tucek ist Leiter des Instituts für Ethno-Musik-Therapie in Wien. Zusammen mit drei seiner Studentinnen reist er mit den alten Instrumenten im Gepäck nach Usbekistan. Die Gruppe lebt dabei einige Zeit bei einem traditionellen Arzt und Heiler, der sich Sufi-Tabib nennt.

Sufi-Tabib kennt noch viele Rituale, die Avicenna bekannt waren. Er schöpft aus dem alten Wissen der Kräuterheilkunde und setzt auch andere traditionelle Praktiken ein.

Die Gruppe aus Wien studiert die verschiedenen islamischen und vorislamischen Therapieverfahren - und demonstriert auch ihre eigene Musiktherapie, die in Usbekistan niemand mehr kennt.

In grandiosen Bildern entwickelt sich so eine abwechslungsreiche Handlung an den bezaubernsten Orten der alten Seidenstraße, mit vielen therapeutischen Anwendungen und Gedanken aus der Zeit des Medicus, welche wieder sehr modern geworden sind.

Höhepunkt ist die Ankunft in der alten Karawanenstadt Buchara, dem Geburtsort Avicenna's, wo sein Leben zufällig am dortigen Theater gespielt wird und wo die Musiktherapeuten die so lange vergessenen Therapieform des Avicenna an einer normalen Poliklinik mit usbekischen Patienten demonstrieren dürfen.

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